19 I Hitzige Gemüter im Death Valley

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Hitzige Gemüter im Death Valley 

Dieses Tal ist nicht mein Ding

Nachdem wir nun also ohne Gewinn, dafür mit ganz vielen struben Verlierer-Storys von Las Vegas’ verlorenen Geistern aufbrechen, freue ich mich nicht sonderlich auf das, was uns bevorsteht:


Um unsere Nationalpark-Reihe fortzusetzen, haben wir uns entschieden, durchs Death Valley Richtung Sequoia Nationalpark zu fahren. DA- wie soll ich sagen - schrecklich. Vorerst konnte ich unserer Route noch etwas abgewinnen, die durch Airforce Basen und neben einem Hochsicherheitsgefängnis vorbeiführte. Ich überlegte mir, ob dort all die starken Typen von den Kriegsfilmen stationiert sind und ob ausgebüxte Häftlinge in dieser Hitze überhaupt von einer Wärmebild erkannt werden (sofern Wärmebildkameras überhaupt jemals für die Häftlingsjagd verwendet wurden.).


Mitten im Death Valley habe ich meinen gefühlten hundersten "Nervous Breakdown", den Reto voll abbekommt. Am tiefsten Punkt des Tales, die Anzeige zeigt mittlerweile 50 Grad Celsius im Schatten (wobei es weit und breit keinen Schatten gibt), werfe ich mich und mein Bike hin. Ich schreie um mich, wie wenn ich gerade das Tourette-Syndrom für mich entdeckt habe. Zum Thermometer gehöre auch einen Laden, wo ich endlich zur Ruhe komme und dreieinhalb Kilo Eiswürfel kaufe. Diese schiebe ich mir dann in alle erdenklichen Öffnungen - meiner Kleider natürlich.


Pflotschnass, aber wieder einigermassen friedfertig und abgekühlt, geht es weiter bis zum Lake Isabella. Eine Oase – wie wir finden– die es gebührt, mit einer Nacht auf dem Campingplatz zu beglücken. Als wir nach dieser Hölle freudig in den See springen wollen, geben uns Warnschilder den Hinweis, dass der See höchst toxisch ist und man eigentlich nur schon beim Zehenbaden sterben kann. Also liessen wir ab und machten ein Feuer. Übrigens, die Bank hat mir im Death Valley nach dem Eiswürfelkauf die Karte gesperrt. Wahrscheinlich, weil das Sicherheitssystem meldete, dass nur Vollidioten im Juli ins Death Valley gehen.

Es verwundert mich nicht, dass hier jeden Sommer der Wald brennt: Wir dürfen überall Feuer machen, obwohl es furztrocken ist.

How to survive the Death Valley? Mit 3.5 KIlo Eis, verteilt in den Kleidern und mit Nachschub zum Rausfischen bei Bedarf.

 

Am nächsten Tag ging es weiter in den Sequoia Nationalpark. Beeindruckend schnell lassen wir die Wüste zurück und fahren einem grossen Bach entlang, der von grossen Bäumen und Steinen gesäumt ist. Maggiatal-Romantik kommt auf. Hier verbringen wir den Tag mit «Cool down und Chillen». Gebirgig ist’s, kühler und malerisch schön. Gegen Abend erreichen wir die 100 Giants: Diese riesigen Mammutbäume, von denen die meisten bereits einige Feuerbrünste überstanden haben, sind bis zu 400 Jahre alt. Wir campen mittendrin in diesem Wald, der so licht ist, dass man die beste Sicht auf sämtliche Sterne dieser Galaxis hat. In der Nacht besucht uns dann weder eine Waldfee noch ein galaktischer Ritter, sondern ein Waschbär, der es auf unsere erfolgreich beschaffte Nahrung abgesehen hat. Einmal mehr, bin ich zu faul, um aufzustehen und Reto schlägt ihn in die Flucht. Natürlich hat das kleine, herzige Mistvieh bereits alles erdenkliche abgezügelt.


Am nächsten Tag gibt’s eine Überraschung für uns Motorrad-Fanatiker: der Highway 190 von Ponderosa bis nach Springville. Die absolut schönste und kurvigste Motorradstrecke, die wir je gefahren sind. Jemand in Kanada hat uns mal erzählt, dass die Strassen in Kalifornien super «engineered» sind. Er hatte recht: Die Strassen sind nicht einfach platt,  sondern neigen sich in den Kurven. Zudem sind die Strassen in den Nationalparks meistens im Topzustand.

Einer der Riesen ist gefallen und Reto musste fürs Foto auf ihm rumkrabbeln. Es ist so trocken, dass überall grosse Äste runterfallen, zum Glück kündigen sich die sperrigen Boten vom Himmel mit Knacksen und Poltergeräuschen an.

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