23 I Shipping the Bumblebee

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Shipping the Bumblebee

Ende gut, alles gut. Mein Motorrad wird mich in die Schweiz begleiten. Nicht weil ich das schwere Ding so lieb gewonnen habe, aber weil es sonst in Cupertino verrottet.


Anders als Retos coole BMW GS1200 wird meine VStrom auf Craigslist praktisch ignoriert. Die wenigen Anfragen verlieren sich, sobald die Interessenten sehen, dass es ein paar Kratzer hat. Come on, es ist ein Adventure Bike - HALLO A.B.E.N.T.E.U.E.R: das muss doch ein bisschen mitgenommen aussehen!!! Der Preis und mein Selbstbewusstsein sind im Keller. Schliesslich bin ich auf einigen der Inseratebilder auch zu sehen. Mein Bike die Kratzer, ich die Krätze oder was?


Sobald die wenigen Mutigen, die sich trotz Krätze melden, hören, dass ich noch den Title Transfer des kanadischen Bikes nach Kalifornien machen muss, schwirren sie davon. Ich entschliesse mich, die VStrom nachhause zu nehmen. Mit einer billigen Shipping Company kann man das für 500 Dollars machen. Dass ich mein Bike dann wohl erst im Herbst in Bremerhaven abholen kann, ist im Preis inbegriffen. Wird bestimmt lustig. Vor dem ganzen Shipping-Karsumpel musste ich zuerst aber meine Maschine formell importieren. Dass man Dinge importieren muss, hatte ich an der Grenze zu den USA irgendwie vergessen. Nach zwei Tagen, zig Bürobesuchen und Umwegen in San Francisco und Oakland habe ich endlich alle Dokumente zusammen und kann mich um den Shipping-Prozess kümmern, der dann erstaunlich schnell über die Bühne geht.

Währenddessen ist Reto in Vancouver an den Verkaufsverhandlungen. Nur sind die potentiellen Käufer plötzlich nicht mehr interessiert. Immerhin, unsere kanadischen Freunde (Das Paar, das mir den Töff verkauft hatte) beherbergen ihn nach allen Künsten der kanadischen Gastfreundschaft. Mehr Zeit kann er dort oben aber nicht verplämpern, sonst fällt die Heimreise noch ins Wasser. Im Wissen um die Aufrichtigkeit der Kanadier, überlässt er die Verkaufsgespräche dem netten Paar. Mittlerweile ist es schon längst verkauft. Nach 35 Stunden anstatt den geplanten 25 im Greyhound kommt Reto dann unbeschadet zurück. Verschiedene Aktivitäten stehen  vor Heimreise auf dem Programm: nochmals am Pool grillieren, die "Kannst du mir noch dieses und jenes aus Amerika mitbringen"-Dinge kaufen oder unser Gepäck um die Hälfte erleichtern. Das Gute am Shippen ist übrigens, dass ich bis zum Abflugtag meinen Töff noch nutzen kann.


Es ist komisch, dass die Reise nun schon zu Ende ist. Irgendwie geht am Schluss doch alles so schnell. So viel erlebt, gesehen, gelacht, gezankt und sich gefreut... Man gewöhnt sich ans Nomadenleben, gleichzeitig sehnt man sich nach dem Alltag. Reisen ist spannend, bereichernd und aus meiner Sicht sehr wertvoll fürs Leben, es kann aber auch extrem langweilig, frustrierend und anstrengend sein. So und damit schliesse ich meinen Reiseblog, bevor ich mich noch in einem Epilog rumschmiere oder ins Esoterische oder Psychophatische à la #lovemylife abdriefte.

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