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Wie werde ich ein Influencer?

 

Scheitern in fünf Minuten

Es ist April und im Geiste sind wir bereits in den Rocky Mountains, dem Yellowstone Park, im Blockhaus am See und im versifften Motel im Nirgendwo..


Doch bevor es richtig losgeht, muss noch einiges getan werden. Denn im Gegensatz zu anderen Panamericana-Reisenden können wir die Motorräder nicht einfach mitnehmen, weil wir eben gar keine Reiseenduros haben. Zwar sind Occasionen der BMW GS, Suzuki V-Strom, Yamaha Ténéré oder KTM nicht wahnsinnig teuer, können aber teuer werden. Sie müssen beim Kauf in TOP-Zustand sein, so dass man nicht dauernd Lämpen hat. Wir als Mechaniker-Pfeifen müssen uns also auf unseren Menschenverstand und die kleinen Kenntnisse der Motorrad-Technologie verlassen. Ich hatte aber noch eine bessere Idee: Wir lassen uns sponsoren und bekommen so eine gratis-Maschine, Reisegeld, 5-Sterne Hotels, Fame und Glamour. Als Kommunikationsberaterin hatte ich schnell ein Komm-Konzeptli aufgesetzt und an sämtlichen Töff Marken geschickt.

Irgendwie so geht das doch, oder?..Nur schon meinen Kopf schräg halten, Kinn vor, schöne Haare und auf den Boden starren oder seductiv in die Kamera wäre eine grosse Überforderung für mich.

Hier im Hotel Honegg am Üben: Wir so das Influencer-Päärli, HILFE!!!

Ein bisschen "influencen" das kann doch jeder, bisschen hashtaggen hier, ein wenig "lovemylife" da, schon rollt der Rubel der Motorradmarken, dachte ich mir. Natürlich ist das hier ein wenig kurzgefasst, ich plane natürlich noch ganz andere Veröffentlichungen, als nur ein paar Bilder auf Instagram. Neben dem Blog schreibe ich Berichte in Magazinen und Zeitungen. Mit dem Drohnenkauf schlussendlich, dachte ich, wir - Reto und ich - seien ein gefundenes Fressen für die Industrie. Ausserdem wurde ich von Freundinnen motiviert, die auch immer wieder unglaubliche Deals raushauen.


Aber weit gefehlt: Hat man nur einige hundert Freunde auf Social Media Plattformen wie ich, interessieren sich Marken nicht für einem, auch wenn man eine gute Story hat. Nur BMW hätte uns gnädig ein paar Accessoires mit auf den Weg gegeben, aber dieser bescheidene Zustupf hätten sie dann wohl eher unter Wohlfahrt als Marketing abgebucht. Eigentlich war ich froh, schliesslich löst nur schon die Vorstellung an idiotische Hashtags irgendetwas sehr schlechtes in mir aus. Doch ganz ohne geht's dann doch nicht…

Und zwar dank einer guten Freundin von mir: Annette Winter ist Chefdesignerin bei Remei - eine der grössten Biobaumwollproduzentinnen der Welt. Und Annette hat mir schon oft T-Shirts mitgebracht, weil ich die so gerne trage. Die Bio-Baumwolle ist mega angenehm und stinkt nicht - auch wenn man es selbst schon längstens tut. Nun hat Remei und Biore (die Stiftung von Remei) eine neue Bio-Baumwolle im Angebot, die Namaskar Gold. Sie ist eine alte indische Baumwollsorte, die dank ihrer Robustheit vor Schädlingen gefeit ist und dadurch, den Baumwoll-Bauern ein sicheres Einkommen ermöglicht. Annette und Claudia Keller, Marketingleiterin von Remei, fragten mich also, ob ich bereit wäre, diese neue Marke Namaskar Gold auf meiner Reise zu repräsentieren. Mit dem Ziel, weg vom Jutesack-Image und rein ins Abenteuer. Da der neue Baumwollstoff B2B verkauft wird, geht es ihnen in erster Linie darum, coole Image-Bilder verwenden zu können, damit Outdoor-Firmen ihre Kleider zukünftig mit Namaskar Gold produzieren. Hier erfährt man mehr dazu.


Und dann doch noch: Remei und BioRe schicken mich mit einigen Namaskar Gold-Shirts auf Reisen. "#lovemyjob" erwartet die Firma nicht von mir, dafür coole Bilder von unserem Abenteuer. 

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