7 I Die Strapazen des Campens

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Campen und andere Strapazen

Moskitos and Monsters

 

 

Uff, nach drei Tagen zelten endlich wieder ein Bett mit Matratze in einem Zimmer, dessen Wände trocken bleiben und nicht vom eigenen Atem kalt und nass werden.


Wobei das ja nicht so schlimm wäre, würden sie (die Wände) einem nicht bei jedem kleinsten Windstoss ins Gesicht klatschen. Ich gebe zu, das wildromantische Campen habe ich mir ein bisschen anders vorgestellt. Wobei wild war es schon, also nicht so «wild» im romantischen Sinn, sondern im Sinn von zig Mückenstichen am Hintern nach 5 Sekunden Pipipause.  Fairerweise muss ich aber anmerken, dass wir den schönsten Platz am Okanagan Lake gefunden hatten. Irgendwo im Nirgendwo, zwischen Kamloops und Nakusp.


Die Mücken waren hier auch gar nicht so schlimm (sie geben einem immerhin 10 Sekunden), dafür störte etwas viel Grösseres unseren Campingfrieden. Reto bekam es mit der Angst zu tun, als sich drei riesige Brummer neben uns platzierten und sich im ordinäreren Englisch mit uns auszutauschen versuchten. Diese drei selbst ernannten Inuit-Frauen kamen aus dem tiefsten «motherfucking» Alaska und fanden «unser» Plätzli auch das schönste. Schon lustig, dann hat man so viel Platz in einem so grossen Land, aber die besten Plätze sind eben trotzdem schon besetzt.

Reto war von den Weibern nicht begeistert und ergriff die Flucht nach vorne in den See. Mit Angel und Erfolg – gleich drei Brocken zog er raus, davon waren aber alle viel zu klein – «Canada doesn’t have these motherfucking huge salmons, heeeey» hupte die eine der drei Brummer Reto zu, während ihr kleines Köterli an unser Zelt pisste. Zum Glück kriegten sie bald Hunger und dampften ab, wir beide wieder in unserer friedlichen Wilderness mit Seeblick.


Grundsätzlich war das Zelten am Lake Okanagan mega cool: Wir machten Feuer, ich kochte Suppe, Reto grillte den viel zu kleinen Fisch – und Steaks, wir hörten Musik, eigentlich so, wie man sich’s zuhause im Kopf vorgestellt hatte minus den permanenten Rauchgestank, der an Kleidern und Haare klebt, die Kälte, das dreckige Zahnbürstli, die unauffindbare Zahnpasta, das nasskalte Zelt, der nasskalte schmerzende Rücken, der ungeniessbare Seewasser-Kaffee, usw. – es gibt so einiges, das auf den honeymoonischen Sonnenuntergangs-Instagram-Fotos nicht zu sehen ist. Aber schlussendlich sind es ja die Erlebnisse, die bleiben und die wir unseren Kindern erzählen werden. Zudem fühlt sich danach das lustige B&B in Nakusp, wo wir uns nun zwei Tage erholen, wie ein 5-Sterne-Hotel an – obwohl es das trotz 5cm dickem, rotem Teppich im Themenbad "Prinzessin" definitiv nicht ist.

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