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Netter als ein Golden Retriever



Ich hab’s wohl schon erwähnt, trotzdem, ich muss diesem Phänomen ein eigenes Kapitel widmen: Die uneingeschränkte Nettigkeit der Kanadier – vom Typ Golden Retriever– ist unglaublich und macht uns so zutraulich wie noch nie.


Klar, sie sind auch uneingeschränkt neugierig und haben unglaublich viel Zeit für einen Schwatz. Wir treffen aber auch praktisch nur Senioren und Camper an, also campende Senioren. Nimmt uns jemand beim Autostöppeln mit, können sie nicht gleichzeitig ein bisschen mit uns plaudern und uns zum Ziel bringen, nein, man hält auf der Strassenseite an und quatscht – stundenlang. Für mein ungeduldiges Gemüt war das am Anfang die reinste Strapaze. Dasselbe, wenn sie in den «Schwaffli» fallen, sie reden dann immer schneller und leiser, damit man konzentrierter hinhören muss, was ihnen wiederum das Gefühlt gibt, DASS man konzentriert hinhört. Reto und ich schauen uns dann nach geraumer Zeit, in der die Gespräche durchaus spannend sein können,  flehend an – in der Hoffnung, dass einer von uns, das Gespräch elegant beenden wird. Das ist meistens erst der Fall, nachdem wir über die Hypothek auf dem Einfamilienhaus, die lausige Karriere des Sohnes (kanadische Söhne sind wie Italos), das Lieblingsessen und die Lieblingsfrauen Bescheid wissen.

Schlussendlich machen sich die Kanadier immer Sorgen um uns. Sei es, weil wir ohne Bärenspray wandern gehen oder weil wir nach Mexiko wollen oder weil wir eine längere Strecke auf einer Gravel-Road fahren. Allen müssen wir die Kontaktdaten geben, damit sie unsere Reise mitverfolgen können. Auch geben sie uns immer super Tipps, vor allem weil wir Motorradfahrer sind, das finden einfach alle toll und machen «thumbs up» für uns – herzig! Ein Kontaktversuch, der mir persönlich sehr viel bedeuten würde, scheiterte bis jetzt aber kläglich: Immer wenn ein grosser Truck an uns vorbeifährt, mache ich das «Hupi-Zeichen» - wohlbemerkt mit offenen Haaren und engem Shirt (es ist mittlerweile 30 Grad) auf dem Motorrad - und es passiert nichts. Diese Trucker-Säcke hupen nur, wenn Reto seine Arme hebt. Ich weiss nicht recht, was ich davon halten soll..Hier muss vielleicht noch erwähnt werden, dass ich in Kanada viel mehr Frauen arbeiten sehe als Männer. Vor allem im Strassenbau scheinen die Frauen den Männern den Rang abzutreten.

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