6 I Der Geruch Kanadas

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Der Geruch Kanadas

 

und warum es mir manchmal stinkt

Kanadier lieben ihre Joints. Ob in der Stadt oder im hintersten Kaff auf Vancouver Island: Überall gibt es Coffeeshops und medizinisches Gras. Vielleicht sind deshalb die Leute hier so entspannt.


Sie scheinen nie in Eile zu sein, sind hilfsbereit und nett. Egal ob Mutter, Banker, Fischer oder Strassenputzer, alle wollen wissen, wohin unsere Reise geht und nehmen sich Zeit für einen Schwatz. Sogar, wenn Reto in Egmont mit einer verkohlten Pizza einen Ofenbrand auslöst und der Rauchmelder die ganze Nachbarschaft weckt: Der Motelbesitzer backt uns eine neue Pizza in seinem privaten Haus – und entschuldigt sich für den Gestank.


Weniger nett waren die zwei Parkbussen, die ich noch in Vancouver City bekommen habe. Aber ich bin sicher, dass wenn ich die Politesse inflagranti erwischt hätte, wäre sie wohl rot angelaufen, hätte sich entschuldigt und mir die Busse erlassen. Unterm Strich sind alle voll entspannt, ob dafür Marihuana der Grund ist oder nicht, spielt ja keine Rolle. Im Gegensatz zu den Ostkanadiern sind die im Westen übrigens sehr sportlich. Das Meer bildet ruhige, Fjord ähnlichen Buchten, die von offenen, wilden Stränden unterbrochen werden. Reto und ich gehen heute – sobald wir beide nicht mehr krank sind – mit den Kanus raus aufs Meer. Andere gehen hier in Ucluelet Wellenreiten. Bei 10 Grad Wassertemperatur überlass ich das lieber den Einheimischen. Und eben, wir sind beide erkältet. Die Motorradtrips durch den Regen haben uns zugesetzt. Zum Glück sind wir im Blockhäuschen mit Jacuzzi gut aufgehoben und bleiben einfach noch einen Tag länger.

Ich werde später noch zum Leuchtturm laufen. Nachdem ich vor zwei Tagen auf der Überfahrt von Earls Cove nach Saltery Bay eine grosse Orca-Familie aus «nächster» Nähe bestaunen konnte, starre ich bei jeder Gelegenheit fanatisch aufs Meer hinaus. Dabei übersehe ich die Tiere an Land, für die Reto, der den Hobby-Ornithologe in sich entdeckt hat, das bessere Auge hat.


Gugus!! Es gibt auch Tiere hier, die kann man nicht übersehen. Die drängen sich einem förmlich auf. Zum Beispiel dieser Rehbock, der mich nachhause begleitete oder aber ein Wildgänsepaar mit 20 halbstarken Gänsekinder, das ich mitten in Vancouver über die Strasse eskortierte.

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