12a I Hart am Wind und im Nehmen

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Hart am Wind und im Nehmen



Nachdem wir den White Glacier Mountain Pass erreicht hatten, kurvten wir auf der anderen Seite wieder runter.


Okay, dieser Satz ist jetzt ein wenig obsolet, aber trotzdem wichtig, denn die Vegetation wechselt auf der anderen Seite rapide von grünen Zedernwäldern zu sandigen Steppen. Grund dafür sind meistens die Woodfires, die einer Landschaft schneller als einem lieb ist etwas Wüstenhaftes verleihen. Der Wind hier ist krass. Zum Glück habe ich seit gestern einen Nierengurt. Natürlich nicht, um meine Nieren von den Cross Winds zu schützen, sondern um mein mittlerweile luftiges Motorrad-Outfit daran zu hindern, sich während des Fahrens himmelwärts über meinen Helm zu bewegen und mich dadurch blind zu machen. Apropos, in Montana muss man keinen Helm tragen. Diese hirnlose Lücke im Gesetz wird vor allem von den Harley-Fahrern sehr geschätzt. Nun, beim Passieren dieser Ebene war der Wind so krass, dass er mir fast den Helm vom Kopf riss, ja sogar das Motorrad unten wegrutschte. Ohne Scheiss, Reto und ich dachten, wir werden davongestürmt in die Prärie und so… mitten ins Indianerreservat. Und ich werde Squaw und Reto Häuptling.

Mich hat’s ein paar Mal auf die andere Strassenseite gedrückt, zum Glück nix passiert, nur sah ich das Mitleid in den Augen der vorbeiziehenden Autofahrer ganz nah vor mir.  Kein Wunder haben die Weissen diesen windigen Blätz Land den Indianern «zurückgegeben». Da es hier eh alles kompromisslos wegwindet, ist das Land sowieso komplett nutzlos. (Hmm wobei, Windenergie und so…ich werde wohl mal mit dem Häuptling über die Zukunft sprechen müssen.)  Nach drei Stunden Windkanal kamen wir futsch und hinüber in Helena an. Eine sonderbare Stadt, umrundet von Ranches, von denen die meisten zum Verkauf stehen. Als ehemaliges Pferdemädchen könnte ich mir ein solches Heim durchaus vorstellen – Reto und ich malten uns darauf ein Leben im Einklang mit der Natur, auf dem Rücken der Pferde, mit kauenden Kühen, Rodeos aus…wobei sich das Leben dann ja hauptsächlich im motorlaufenden Pickup-Truck, die Wochenende in Shopping Malls und die Dinner Dates im Hungry Jack abspielen würde, wie wir immer wieder feststellen.

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