11b I Von Bären und Schlangen

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Von Bären und Schlangen

Auf dem Motorrad habe ich sehr viel Zeit zum Nachdenken, sofern Reto und ich nicht gerade über der Funksprechanlage SENA quatschen. (Die bewährt sich übrigens bestens.)

 

Da ich immer hinter Reto fahre, kann er mir frühzeitig mitteilen, wo gerade ein Bär mit einem Elch kämpft oder ein Bison-Baby geboren wird. Handkehrum hat Reto durch seine Pole Position das Nachsehen und verpasst alles, das ich erspähe – aber irgendwie sieht man ja auch ein bisschen durch die Augen des anderen – je nach Qualitätsgrad der Berichterstattung. Bei so viel Zeit in unendlicher Natur werde ich wieder richtig fantasievoll und (Obacht!!) philosophisch: Fragen wie «Wenn ein Auto wegen eines vorderen Autos anhalten muss, weil nach weiteren fünfzehn Autos ein Bär aufgetaucht ist, hat man zu hinderst in der Schlange den Bären ja auch irgendwie gesehen.

 

Und zwar über das letzte Auto, das wie beim Buschtelefon die Message «Bär läuft über Strasse» aufnimmt und ausstrahlt. Klar, wir sehen ihn nicht mit eigenen Augen, aber was heisst das schon, Augen täuschen einem ja eh die ganze Zeit (zum Beispiel beim schwarzen Fleck: Bär oder Kuh) – wir spüren ihn! Dasselbe Spiel könnte man machen, mit dem Unterholzgeknacke à la Jurassic Park, das uns während der letzten Wanderung in Angst und Schrecken versetzte und dazu führte, dass wir uns ununterbrochen anschrien. Das halte uns die Bären vom Leib, hiess es. Obwohl nur gehört und Bewegung im Busch gesehen: Irgendwie haben wir den Bären doch gesehen, oder? Vielleicht sollte ich einfach mal mit Mike Shiva darüber reden oder es vor der Wanderung unterlassen, YouTube Videos mit Titeln wie «Grizzly attack» anzuschauen.

 

Das Experiment «Ist sehen gleich sehen?» habe ich dann im nächsten Airbnb in einer professionellen Umgebung durchgeführt. Der Sohn unseren tollen Gastgeberin Sylvia hat mir dafür seine Albinopython und eine lebende Maus zur Verfügung gestellt. De Maus hüpfte vergnügt durchs Schlangenterrarium über die Schlange und um ihren Kopf herum, ja sie gab ihr sogar einen Kuss. Und die Schlange? Die machte gar nix. Die war voll auf Retos Handy fixiert und nicht auf das Mäuschen. Sie sah das Mäuschen gar nicht, weil dieses zuvor in den Schlangentümpel gefallen ist und pflätschnass und kalt war. Retos Handy hingegen war warm wie ein feines Abendessen. Das beweist doch alles!!

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