16 I Der Zorn der Navajo-Indianer

Der Zorn der Navajo-Indianer


Romantische Gewitterstürme

Wir verliessen Hanksville mit dem Gefühl, dass wir hier wohl nie wieder vorbeikommen werden.


Ausserdem, dass Motelbesitzer Ed in seinem Zustand wohl nicht mehr weitere 60 Jahre hier verbringen muss – was er beim abendlichen Bier befürchtet hatte. Wobei der traurige Friedhof am Dorfende doch den einen oder anderen abhalten wird, sich frühzeitig vom Miseren getränkten Leben zu verabschieden. Entlang des Senic Byways 12 fuhren wir durch den Capital Reef Nationalpark. Durch Canyons, entlang Sandwüsten, auf Strassen, die sich den Bergkamm zu eigen machten und bei mir Höhenangst auslösten. Dann wieder über Berge, die grün und fruchtbar der utahische Julihitze trotzten. Wir lernten den Road Docter kennen und badeten in den rotbraunen Brühen der Canyons, die  entlang der Strassen Sedimente zäh vor sich hinwälzten. Reto und ich waren hin und weg von diesem landschaftlichen Unterhaltungsangebot. Eigentlich viel mehr begeistert, als dann später in Las Vegas, aber dazu später…Auf dem Weg nach Kanab kamen wir an verlassenen Dörfern vorbei – kein Wunder, wenn bei mittlerweile 45 Grad Celsius niemand mehr im Dorf Hite – based on Lake Powell – wohnen will…

Nach einem kurzen Abstecher in Bryce Canyon, der für meinen Geschmack zu viele Touristen auf seinen roten Felsen rumspazieren lässt und dadurch riskiert, dass die Begeisterungsfähigkeit stark beeinträchtigt wird, entschieden wir uns für einen Campingplatz am Lake Navajo im Dixie Forrest. Eine Oase am Tag und ein beängstigender Schauplatz von Gewittern in der Nacht. Man sagt uns, es seien die ursprünglichen indianischen Bewohner, die vertriebenen Navajos, die ihren Zorn geltend machen. Wir hingegen sind grad froh, dass auch im Indianderland Zivilisation zu finden ist. Unser Walmart-Zelt ist stabiler als gedacht und nach einer nasskalten Nacht gibt's ganz in der Nähe ein Café mit Filterkaffee und Breakfast-Burritos. So haben wir die Gewitter gut überstanden, obwohl mein Tascheninhalt dem nächtlichen Regen ausgesetzt war und kapitulieren musste. Am nächsten Tag trockneten die Sachen zügig und immerhin war dadurch alles wiedermal sauber. Reto hat Fische gefangen und ich hatte wiedermal Zeit, mich um meine Zehennägel und meinen Kindel zu kümmern.



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